volkshaus buchhandlung | buchhandlung


Die Volkshause Buchhandlung gehört zum - offensichtlich gleichnamigen - Volkshaus. Dieses liegt gerade am Helvetiaplatz, wo ständig Demonstrationen starten und aufhören. So ist die Buchhandlung auch mit einer sehr linken, politischen Auswahl versehen und gehört damit zu unseren Allerliebsten. Man findet hier womöglich nicht immer exakt das, was man sucht, da der Buchladen eher klein ist, dafür entdeckt man unzählige neue Bücher und Magazine. Gerade auch kleinere, unbekannte und unabhängige Verlage, die spannendes, politisches Programm veröffentlichen, finden hier eine prominente Bühne. Wir stöbern gerne auch mal länger durch die gut sortierte Buchhandlung. Und wir hatten auch schon eine private Stöbertour, als ich mit einer Freundin nach der Öffnungszeiten vorbeilief und mal wieder das Schaufenster studierten - spontan wurden wir reingelassen und unser Einkauf mit Prozenten aus dem Nichts versehen. Die Leute sind also wirklich unglaublich freundlich, das ist der Beweis.





Die Buchhandlung befindet sich auf drei Stöcken, der oberste ist dabei eine Art Gallerie. Sie sind folgendermassen aufgeteilt:
Im Erdgeschoss findet sich aktuelle Belletristik, sowie eine riesige Auswahl an Taschenbücher. Hier ist ebenfalls eine grosse Bahnbreite an politischer Literatur und politischen Sachbüchern vertreten  und es findet sich auch Poesie. 
Im Keller wird jede/r zum Thema Feminismus fündig! Auch wir entdecken jedes Mal unzählige neue und besonders interessante Bücher zu unserem Lieblingsthema. Neben Feminismus gibt es auch einige Regale rund ums Thema Reisen und sogar eine Abteilung für Kinderliteratur. 
Im oberen Stock auf der Galerie hat man einen tollen Ausblick auf den restlichen Laden. Neben Kunstbüchern, Büchern zu Musik und Theater findet man auch ein relativ breites Sortiment an DVDs, Filmen und Serien. Und der Laden hat auch eine kleine, aber extrem feine Auswahl an englischen Büchern!




Dank der tollen Lage bietet es sich an, einen wunderschönen Samstag im Umkreis zu verbringen - gleich vis à vis an den Kanzleiflohmi (Flohmarkt immer samstags) zu gehen, der beste, schönste und spannendste in der Stadt. Und wenn es nicht so tolles Wetter ist kann man es sich auch im Kino Xenix  gemütlich machen. Zahlreiche Cafés befinden sich auch in der Umgebung, wie erwähnt das Volkshaus Café oder ein eher neueres; das Café Bank. Und wer auf Vintage und Vinyl Platten steht, der ist bestens bedient - im Umkreis von 100 Metern um die Buchhandlung befinden sich gleich zwei verschiedene Plattenläden!



Volkshaus Buchhandlung

Stauffacherstrasse 60
8004 Zürich


Besonderheiten
+ grösste Auswahl an politischen Büchern
+ extrem freundliches Personal
+ gute Lage
+ hat 'WE SHOULD ALL BE FEMINISTS' immer auf Lager ;)
+ eigene, grosse 'Feminismus'-Abteilung
+ gute Auswahl an englischen Büchern
+ schöne Poesie-Abteilung
+ Bücher über Musik und sogar Theater
+ rückt unabhängige Verlage ins Spotlight

du & ich, best friends for never | buchbesprechung


Die meisten Geschichten erzählen von großen, ungewöhnlichen Freundschaften. Von Freunden, die durch dick und dünn gehen und sich niemals im Stich lassen. Hilary Smith erzählt eine Freundschaftsgeschichte mal ganz anders: Denn kann das Ende einer Freundschaft nicht auch ein Beginn sein?

Annabeth und Noe. Noe und Annabeth. So war es schon immer. Gemeinsam schmiedeten sie Pläne für die Studentenzeit in Paris. Sie würden einen Goldfisch besitzen, die Nächte durchquatschen und lauter wilde Partys feiern. Als sich die Schulzeit dem Ende nähert, ist Annabeth daher bereit - bereit für alles. Für eine gemeinsame Zukunft mit ihrer besten Freundin. Doch plötzlich ändert Noe ihre Pläne. Es gibt einen Jungen an ihrer Seite, eine andere Universität ist im Gespräch und die gemeinsamen Nachmittage finden immer seltener statt. Die Freundschaft erscheint wie ein alter Lieblingspulli: ehemals heiß und innig geliebt, jetzt kratzig und viel zu eng. Annabeth muss sich fragen, ob sie bereit ist, Noe aufzugeben, um der Mensch zu werden, der sie wirklich sein will.


Ich habe dieses Buch an nur einem einzigen Tag durchgelesen auf einer Reise nach Mailand und wieder zurück, ich hatte genügend Zeit mich im Zug mit dieser Lektüre aus dem Fischer Verlag zu beschäftigen. Es ist schon etwas länger her, als ich das Buch gelesen habe und als ich es letztens in meinem neuen Bücherregal entdeckt habe, habe ich bestimmt etwa fünf Minuten gebraucht um mich halbwegs wieder daran zu erinnern, um was es ging. Ein ziemlich schlechtes Zeichen, wie ich finde. Ich habe dann aber glücklicherweise noch Notizen gefunden, die ich während des Lesens gemacht habe und die ich nun als Basis brauche, um diese längst überfällige Rezension zu schreiben. Ich habe das Buch nämlich aus dem Frühlingsprogramm des Fischer Verlags. Ich habe es vor einem halben Jahr an der Buchmesse in Frankfurt angefragt und nun dann endlich erhalten.



Die Geschichte ist meiner Meinung nach ein absolut klischeehaftes Jugendbuch. Es scheint nämlich rauszustechen, ist aber im Grunde genommen dann doch einfach nur ein Jugendbuch, das man in sämtliche Kategorien stecken kann und das man mit etwa siebenhundertsechsundzwanzig weiteren Büchern vergleichen kann. Es ist ein typisches 'Mädchenbuch' das folgende Themen beinhaltet: Liebe, Freundschaft, Erwachsenwerden, Essstörungen, Depressionen und Schulprobleme. Relativ schnell am Anfang passiert auch eine recht unerwartete, vielleicht auch etwas überflüssige, Wendung, die unsere Protagonistin Annabeth ziemlich gelassen aufnimmt, was mich sehr erstaunt hat. Es scheint fast so, als hätte Hilary T. Smith alles mögliche reinpacken wollen. Das Leben von Annabeth soll möglichst zerstört sein, alle möglichen Probleme sollen in die Geschichte eingearbeitet werden und dann von ihr verarbeitet. Was mich überrascht hat, ist dass das Buch eigentlich sehr unterhaltsam war und die Geschichte trotz der klischeehaften Erzählung nicht unbedingt sexistisch. Das ist ja bei so vielen Jugendbüchern leider der Fall. Ich frage mich dann immer, was sich eigentlich die Erwachsenen Autoren und Autorinnen dabei denken. Was möchten sie den jungen Mädchen überhaupt mitgeben? 



Das Ende zieht sich etwas in die Länge, die Spannung lässt nach und alles scheint irgendwie vorhersehbar zu sein. Auf den letzten Seiten wird aber nicht alles aufgelöst und wir stehen eher ziemlich ratlos dar. Zeitweise hat mir das Buch sehr gefallen, zeitweise nicht. Da ich mich aber kaum noch daran erinnern mag, ist das für mich mehr als ein schlechtes Zeichen und daher gehört das Buchh für mich in die Kategorie: Früher hätte ich es geliebt, heute gibt mir die Thematik und das ganze Drumherum einfach zu wenig her. Hätte ich das Buch nämlich ein Paar Jahre früher gelesen, dann wäre es womöglich eines der wichtigeren Bücher für mich gewesen, das war es jetzt leider nicht mehr. Aber so für zwischendurch auf einer Zugfahrt war es der perfekte Zeitvertreiber, der mich auch auf gewisse Punkte in Sachen Freundschaft hingewiesen hat. Ich habe mir noch mal wieder in den Kopf gerufen, was Freundschaft überhaupt für mich bedeutet und, was ich  für ein Glück mit meinen Freunden habe, oder wo es eben auch in unseren Beziehungen noch einige Lücken gibt.

vor der zunahme der zeichen | buchgedanken

Durch Zufall beginnen Senthil Vasuthevan und Valmira Surroi ein Gespräch auf Facebook. Er lebt als Doktorand der Philosophie in Berlin, sie studiert Kunstgeschichte in Marburg. Sieben Tage lang erzählen sie sich von ihrem Leben, ohne sich zu begegnen. Ihre Nachrichten handeln von ihren Familien und ihrer Flucht aus Bürgerkriegsgebieten, von ihrer Kindheit im Asylbewerberheim und ihrer Schul- und Studienzeit. Hochreflektiert schreibt Senthuran Varatharajah in seinem Debütroman über Herkunft und Ankunft, über Erinnern und Vergessen und über die Brüche in Biographien, die erst nach einiger Zeit sichtbar werden.


Ich brauchte ein wenig Zeit um mich zu fassen, zu begreifen und zu verstehen, was dieses Buch überhaupt aussagen will. Was es für eine Bedeutung für mich hat. Ich kann es immer noch nicht. Ich weiss nicht, was ich aus dem Buch mitgenommen habe, oder was ich mitnehmen soll. Ich bin  einfach zum Entschluss gekommen, dass ich das Buch noch einmal lesen muss. Ich bin vielleicht einfach nicht genau in der richtigen Stimmung gewesen um das Buch zu lesen. Ich habe es zu schnell gelesen. Es hat auf mich gewirkt - definitiv. Die Geschichten zwischen Senthil und Valmira waren so wunderschön zu lesen. Ich bin ihren Worten verfallen und habe sie in mich aufgenommen. Die Geschichten übers Ankommen und Fremdsein in einem Land, in dem man nicht wirklich willkommen scheint, ist auf eine ganz spezielle Weise ganz schön dargestellt werden. Die Geschichten sind so Detail getreu und einfühlsam. Es gefiel mir. Doch das Buch beginnt und hört gleich auf. Es gibt keinen Spannungsbogen - das Buch hat keine Einleitung oder einen Schlussteil. Es hat nur das dazwischen, keinen roten Faden. Im Fokus liegen die Worte und die dahinter steckende Lebensstory. Ich wurde verzaubert, aber ich frage mich trotzdem, ob ich den grösseren Sinn dahinter nicht verstanden habe. Ich frage mich, ob ich schlicht und einfach nicht in der Fassung war, alles so zum verstehen, wie ich es hätte sollen. Ich kann gar nicht mehr zum Buch sagen. Ihr müsst es selber lesen und bitte bitte, lasst mich wissen, was ich beim Lesen verpasst habe, was ihr daraus mitgenommen habt, oder ob es euch genau gleich erging wie mir. Ich habe gesucht, aber ich habe eben immer noch das Gefühl etwas im Buch übersehen zu haben. Das Lesen war trotzdem wunderschön, hat mich ganz entspannt und in mir eine innere Ruhe ausgestrahlt von der ich gar nicht wusste, dass ich sie habe. Sehr philosophisch und sehr auf Worte fokussiert. Kein Buch für Zwischendurch, sonst sitzt es nicht. Ich werde es noch einmal lesen und dann hoffentlich etwas schlauer sein. Ich bin nämlich ziemlich ratlos.