die karte meiner träume | buchbesprechung

05 November 2017

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T. S. Spivet ist zwölf Jahre alt und ein genialer Kartograph. Denn er weiß genau, dass nichts von Dauer ist. Der Whiskykonsum seines Vaters wird ebenso in Diagrammen festgehalten wie die Anatomie von Glühwürmchen. Inmitten seiner merkwürdigen Familie lebt er auf einer Ranch in einem flachen Tal in Montana. Eines Nachts begibt sich T.S. auf die Reise nach Washington und damit in ein unglaubliches Abenteuer.
Reif Larsens Debüt ist ein Juwel: Ein mit vielen Karten und wundervollen Zeichnungen versehener Roman über Freundschaft, Kindheit, Schuld und über Zuhausesein. Ergreifend, geheimnisvoll und verspielt, ein wahres Feuerwerk von Gefühlen und Ideen.
»Die Karte meiner Träume« besitzt den Schimmer eines alten Hollywood-Films und ist gleichzeitig aufeinzigartige Weise neu.



An der Frankfurter Buchmesse des letzten Jahres haben uns die lieben Leute aus dem Fischer Verlag (Ganz herzliche Grüsse an Euch, falls ihr das hier lest!) dieses Prachtexemplar in die Hand gedrückt. Laut ihnen ist es eines der besten und speziellstes Buch, das im Fischer Verlag erschienen ist. Sie haben es sehr hoch angepriesen und dem entsprechend waren auch meine Erwartungen zum Buch sehr hoch. Ich war gespannt diesen Brocken zu lesen und hatte auf meiner Italienreise einige Stunden Zugfahrten vor mir, in denen ich mich Reif Larsens Werk widmen konnte. Meiner Meinung nach, war es bestimmt nicht eines der allerbesten Bücher, es hat mich schlussendlich einfach zu wenig interessiert, um ein Lieblingsbuch zu sein. Das Buch ist in drei Teile gegliedert, im ersten Teil, dem Westen, stellt uns T.S. seine Arbeiten und seine Familie vor. Anhand von extrem vielen Illustrationen erklärt er uns seinen Alltag, erzählt, wer in seiner Familie, was zu tun hat, und erhält einen Anruf aus Washington. Er hat einen Preis gewonnen und sollte den nun entgegen nehmen - blöd nur, dass die Leute aus dem Museum nicht wissen, dass T.S. erst zwölf Jahre alt ist und nicht wie angenommen bereits volljährig. Aus Angst, seine Eltern wären nicht einverstanden, begibt er sich auf eine abenteuerliche Reise. Diese ist der zweite Teil, sie bestehet aus einer langen Zugfahrt mit vielen kleinen und grossen Hindernissen, ein riesiges Abenteuer. Schlussendlich schafft er es das ganze Land zu durchqueren und erreicht den Osten, der somit den dritten und letzten Teil beschreibt. 

Von Beginn an hat man das Gefühl, dass man so etwa weiss, auf was die Geschichte hinausläuft, sie ist ziemlich voraus schaubar, bis auf ein Paar kleine unerwartete Wendungen. Ich weiss nicht genau, ob ich das nun als Kritikpunkt einstufen sollte, oder nicht, oftmals finde ich es nämlich auch in Ordnung, wenn klar ist, was passieren wird. Besonders hier - es hat irgendwie gepasst. Obwohl T.S. hochintelligent ist, ist er noch ein Kind und sehr unschuldig. Er ist ein sehr sensibler Protagonist und wirkt innerlich sehr zerbrechlich, es kostet ihn viel Mut diese Reise anzutreten und zu Schluss macht er es trotzdem. Wie schon 'Der Junge im Pyjama' hat das Buch hier den Bonus, dass es eben nicht aus der Sicht eines Erwachsenen geschrieben wurde, sondern eben aus derjenigen eines Kindes und genau darin liegt irgendwo der Reiz des ganzen Romanes. 



Das Buch hat eine wunderschöne Aufmachung. Es sieht bereits auf dem Buchcover sehr antik aus, eine richtige Schatzkarte. Im Buch innen hat es echt tolle Illustrationen, die von T.S. angefertigt wurden. Zu den Zeichnungen gab es immer noch einige Texte, die als Bemerkungen zwischen den Zeilen gelesen werden konnten. Anfangs war das etwas schwierig sich an das System zu gewöhnen, aber nach einiger Zeit habe ich mich dann schön damit abgefunden und fand es immer noch ganz angenehm etwas abzuschweifen. Ich habe gesehen, dass es einen Film zum Buch gibt, der Regisseur ist der gleiche wie bei Die fabelhafte Welt der Amelie Poulin. Ich habe ihn noch nicht gesehen, aber der Trailer hat sehr süss ausgesehen und vielleicht komme ich die nächsten Tage einmal dazu.  Reif Larsen ist übrigens ein Amerikanischer Schriftsteller, 1980 geboren. Die Karte meiner Träume war sein erstes Werk und ist bereits 2009 erschien, der Film zum Buch erschien dann 2013.

almost adulting | buchbesprechung

03 November 2017

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Mit diesen YouTubern ist das ja so eine Sache. Im Grunde genommen sind sie nicht gross etwas anderes als es Blogger auch sind, nur halt in Videoform. Sie produzieren unterschiedlichsten Content und spielen in unseren heutigen Gesellschaft eine nicht ganz unwichtige Rolle. Für viele Leute haben YouTuber eine Vorbildfunktion eingenommen und helfen unzähligen Menschen im Leben weiter. Auch ich habe schon einige gute Räte von YouTubern erhalten, sofern man das so sagen kann. Sie geben einem das Gefühl, nicht alleine zu sein und können die Rolle einer Freundin oder eines Freundes übernehmen. Vor gut einem Jahr habe ich begonnen Arden Rose Videos zu schauen. Sie hat mich inspiriert und ich konnte einige gute Tipps von ihr gebrauchen. Auch die Videos von ihrem Freund Will Darbyshire gefallen mir. Als ich dann im Winter diesen Trailer gesehen habe und erfahren habe, dass sie ein Buch herausbringt, habe ich es mir sofort vorbestellt. 


oktober 2017 | monatsrückblick

01 November 2017

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allgemein
Der Oktober hat nun also den Herbst eingeläutet. Dafür sind wir aber dank dem wunderschönen Wetter noch gar nicht in Stimmung. Darüber beschweren wollen wir uns aber nicht. Denn wir hatten zwei Wochen Ferien und das schöne Wetter war eine tolle Begleiterscheinung dazu. Mara hat die Ferien in Paris verbracht, Anaïs in Italien, sie hat Rom und Sorrento einen Besuch abgestattet. Anfangs Oktober hat sich auch schon in der Schule der Rhythmus etwas verändert, wir haben eine Woche mit vielen Freund_innen verbracht und dabei auch einige schöne Dinge unternommen, die wir uns schon lange vorgenommen haben. Beispielsweise sind wir einige Ausstellungen entdecken gegangen und werden euch davon auch berichten.

bücher
Anaïs:
Marina Keegan, Das Gegenteil von Einsamkeit
Während einigen Monaten bin ich nun schon an diesem Buch dran. Im Oktober habe ich es endlich fertig gelesen. Das Schicksal der jungen Marina Keegan ist ergreifend, besonders wenn man ihre Texte sieht und heraushören kann, was sie alles noch so erleben wollte und weiss, dass das alles nicht mehr möglich ist. Ein schönes Werk mit ein Paar Geschichten, die mir geblieben sind, die meisten aber haben mir gar nicht gefallen, dennoch denke ich oft an einzelne zurück.

Zu diesem Buch ist bereits eine Rezension auf unserem Blog erschienen, mit Klick auf den Titel gelangt ihr dort hin. Das Buch hat mich etwas gespalten, einerseits war es sehr spannend, andererseits konnte ich mich mit der Form nicht so ganz anfreunden, was das Lesen etwas schwierig gemacht hat. Für Edouard Louis selbst ist es bestimmt ein unglaublich wichtiges Buch zur Verarbeitung, mich konnte es aber nicht ganz überzeugen.

Elena Ferrante, Die Geschichte der getrennten Wege
Elena Ferrante hingegen hat mich verzaubert! In meinem Italienurlaub war ich ganz in der Nähe vom Rione und habe ihr Buch regelrecht verschlungen. Selten konnte ich so in eine Welt eintauchen wie bei dieser langen Geschichte. Der dritte Band hat mich durch und durch gefallen, auf einmal wird es richtig politisch, ich kann mich immer mehr mit den einzelnen Charakteren anfreunden und freue mich richtig auf den vierten und letzten Band. Rezension folgt. 

Auch zu diesem Buch habe ich bereits eine kleine Buchbesprechung verfasst, einfach auf den Titel klicken. Dieses kleine, wunderschöne Buch habe ich innert kürzester Zeit beendet. Ich konnte Margriet de Moors Sprache folgen und ihr Schreibstil hat mir sehr gefallen. Besonders viel ist mir allerdings nicht in Erinnerung geblieben.

Reif Larsen, Die Karte meiner Träume
Das letzte Buch, das ich noch auf meiner FBM 2016 Liste habe, habe ich gut ein Jahr später ebenfalls beendet. Die Karte meiner Träume war eine Schatzreise, entführt in eine andere Welt, etwas komplett anderes und ein gutes Buch für eine Reise (das auch, wenn es extrem unhandlich ist). Ich konnte in die Welt von T.S. eintauchen und gemeinsam mit ihm bin ich mit dem Zug durch unbekannte Gegenden gefahren, auch hier folgt eine Rezension. 

Arden Rose, Almost Adulting
Almost Adulting ist seit längerem einmal wieder ein englisches Buch, das ich gelesen habe. Arden Rose ist eine YouTuberin aus den Vereinigten Staaten, die dieses Jahr einen Ratgeber für Teenager, die Erwachsen werden herausgebracht hat. Ich habe mir etwas mehr erhofft, wurde allerdings trotzdem unterhalten.  Eine Rezension folgt.

Mara:
Angie Thomas, The Hate U Give
Irgendwie bin ich diesen Monat gar nicht zum Lesen gekommen, gerade ein Buch habe ich durchgelesen. Das ist zwar auch ein rechter Schinken, aber ich habe ihn schnell und gerne gelesen. Es ist ein Jugendbuch, ein Genre, von dem ich eher abkam in der letzten Zeit. Die Thematik hat mich aber sehr interessiert und wurde unglaublich authentisch umgesetzt. Wenn ihr euch für das Buch interessiert, könnt ihr hier gerne meine Rezension lesen. Wenn ihr auch noch nicht wisst, was ihr danach lesen wollt, habe ich hier meine zwei Favoriten für euch rausgesucht: Ich bin gerade an beiden dran und sie gefallen mir sehr gut.
 

ausstellungen
Anaïs:
Eine Ausstellung für Dich, Helmhaus Zürich

Gemeinsam mit Mara und drei weiteren Freunden sind wir in der Spezialwoche im Helmhaus Zürich diese Ausstellung anschauen gegangen. Das Ausstellungsplakat bestand aus drei Elementen: Ein Pfeil, eine abstrahierte Weltkugel und der Schriftzug 'YOU'. Passend dazu hat die Ausstellung 'Eine Ausstellung für Dich' geheissen. Grundsätzlich schätzen wir das Helmhaus und seine oftmals interessanten Ausstellungen mit freiem Eintritt sehr. Hier hat uns aber der rote Faden gefehlt und nur das ein oder andere Ausstellungsstück gefallen oder angesprochen. Trotzdem ist so ein Museumsbesuch mit einigen Freunden eine superschöne Sache die im Alltag oftmals umgesetzt werden will aber keine Zeit findet.

Kunsthalle Zürich / Migros Museum für Gegenwartskunst
Die Kunsthalle Zürich und das Migros Museum für Gegenwartskunst liegen praktisch im gleichen Gebäude, weswegen wir auch beide kombinierten. In zweiterem haben wir besonders eine Ausstellung besucht, nämlich 'Spaces' welches moderne Fotografie in den Fokus rückte und wohl auch mit einem Fotografiewettbewerb in Verbindung stand. Viele haben uns berührt und konnten uns abholen. In der Kunsthalle war alles etwas unkonventioneller, es gab zwei Ausstellungen die beide sehr modern waren und verschiedenste Medien kombinierten. So spannend dieser Mix auch war, sprechen wir wohl für uns alle, wenn wir sagen, dass uns 'Spaces' eher geblieben ist.






Rebel Video, Landesmuseum Zürich
Mara hat euch im letzten Monatsrückblick bereits über diese Ausstellung berichtet, aber da ich sie nun auch gesehen habe, dachte ich, dass eine Zweitmeinung vielleicht noch spannend sein könnte. Auch ich fand die Videoinstallationen aus den 70/80er Jahren aus Zürich, Bern, Basel und London sehr spannend. Man hat einiges neues erfahren und einige Themen aus einem anderen Blickwinkel betrachten. Mir waren es etwas zu viele Leute, ich habe kaum einen Platz gefunden und mit der Zeit hat meine Konzentration nachgelassen und ich war nicht mehr unbedingt aufnahmefähig. Nicht alles hat mich gleich interessiert, aber besonders die politischen Videos habe ich mich sehr gerne angeschaut. Gerade im Kopf bleibt mir eine Installation über eine Hausbesetzung in Zürich. 

theater
Anaïs:
Mon meilleur copain, Théâtre de l'Espérance (Genève)
Ich glaube, ich habe es irgendwann einmal erwähnt, aber ich tue es hier erneut: Im Januar gehe ich für ein Semester in die Westschweiz nach Genf für ein Austauschsemester. Ich freue mich sehr und bin unglaublich gespannt, was ich alles erleben werde. Meine Gastfamilie habe ich bereits kennengelernt und das letzte Oktoberwochenende bin ich erneut in die Romandie gefahren und habe ein schönes Wochenende verbracht. Wir sind untern anderem auch ins Theater gegangen. Es war eine dramatische Komödie (wohl bemerkt auf Französisch!). Normalerweise wäre ich wohl ein solches Stück nie schauen gegangen, da es meinen Humor nicht wirklich getroffen hat, aber auf Grund der Sprache, war es gar nicht schlecht einen solchen 'Schauck' anstelle eines 'ernsteren Stückes' zu sehen. Es ging um Bernhard und Phillipe, zwei beste Freunde, die beide ihre Frauen betrügen und es jeweils dem anderen in die Schuhe schieben. Eine Lügengeschichte auf die andere, sehr voraussehbar, sehr oft sehr flache Witze, aber dennoch irgendwie lustig. Die Schauspieler sind alles Amateure, die nebenbei noch einen anderen Beruf haben und während einer gewissen Zeit im Jahr ein Theater aufführen. Etwas ganz anderes, aber wieso nicht?

Mara:
Prometheus in Athen, Rimini Protokoll
Von der Gruppe Rimini Protokoll haben schon sicher einige von euch gehört. Es ist ursprünglich eine Theatergruppe, aber sie organisieren auch andersartige Performance und haben beispielswiese auch schon Hörspiele aufgenommen. Ich bekomme immer wieder gute Medienberichte über sie zu lesen und habe mich deswegen sehr gefreut, dass ich mit meinen Eltern Mitte Oktober nach Baden gefahren bin, um dort ihr aktuelles Stück 'Rimini Protokoll' zu sehen. Es läutet im Kurtheater Baden den griechischen Herbst ein, eine Saison, die nur Griechenland gewidmet ist. 'Prometheus in Athen' ist einerseits eine Neuinterpretation von Prometheus, behandelt aber auch die aktuelle Krise in Griechenland. Die Uraufführung fand 2011 statt, als es in Athen gerade zu brodeln begann. Es standen ganze 103 Laienschauspieler auf der Freiluftbühne, sie repräsentierten die Athener Bevölkerung nach aktuellster Statistik. In Baden sahen wir ein dann ein Dokumentartheater über das eigentliche Event, einige Schauspieler_innen waren angereist oder leben mittlerweile schon in der Nähe von Baden. Sie erzählten von ihrem Leben und dem der anderen Schauspieler, von ihren alten und neuen Gewohnheiten, von Athen nun. Das Stück hat eine ganz spezielle Stimmung vermittelt und hat mir insgesamt zwar gut gefallen, aber es war auch sehr langatmig und kam ganz sicher nicht an das ran, was ich mir vorgestellt habe. Es ist sehr abstrakt und vielleicht auch zu undifferenziert für uns hier. Ich denke, dass das Original in Athen nochmals eine komplett andere Wirkung hatte und das Publikum auch sicher anders abholen konnte. Trotzdem fand ich es schön, mal wieder ein Theater gesehen zu haben, und speziell war 'Prometheus in Athen' auf alle Fälle.

nach 'the hate u give' - zwei buchempfehlungen

29 Oktober 2017

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The Hate U Give hat mich sehr mitgenommen. Nicht nur die Handlung hat mich mitgerissen, auch die Charaktere sind mir ans Herz gewachsen - länger habe ich kein Jugendbuch mehr gelesen, und habe hier einerseits ein sehr komplexes gefunden, thematisch gesehen, aber auch ein unglaublich einfaches, weil es mich sofort einnahm. Jetzt ist danach, und ich möchte nicht gleich wieder zu Belletristik greifen. Deswegen habe ich nach anderen Büchern gesucht und zwei gefunden, die ich euch ebenfalls sehr ans Herz legen möchte.


the hate u give | buchegedanken

27 Oktober 2017

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The Hate U Give ist ein Buch mit einer wütenden und lauten Voraussetzung: es geht um die Ermordung eines unbewaffneten schwarzen Jugendlichen durch einen weissen Polizist. Und damit geht es, das wissen wir dank dem Internet, um ein aktuelles Thema, welches viel zu tragisch ist, als dass ich es an dieser Stelle ein Phänomen nennen kann.

Unsere Protagonistin Starr Carter lebt in einem schwarzen Viertel, besucht jedoch als eine der wenigen eine 'weisse' High School, eine gute Stunde entfernt. So kommt es, dass sie sich zu Beginn des Buches zum ersten Mal auf einer Party in ihrer Nachbarschaft wiederfindet. Dort trifft sie seit längerem wieder ihren Kindheitsfreund Khalil, und kaum sind sie in ein tiefes Gespräch verfallen, verlassen sie den ORt aufgrund eines unvorhersehbaren Geschehnisses fluchtartig. Wenig später werden die beiden, nun in Khalils Auto, von der Polizei angehalten. Starr beschreibt mir Ehrfurcht, wie sich das anfühlt, erinnert sich an ein Gespräch mit ihren Eltern zurück. Es ging darum, wie sie sich als Schwarze in einer solchen Situation verhalten sollte. Die Stimmung ist unglaublich angespannt, und irgendwie ahnt man schon, was passiert. Wenig später liegt Khalil in einer Blutlache vor dem Auto.

gegen rechtsextremismus | frankfurter buchmesse 2017

25 Oktober 2017

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Nun ist es also über ein Jahr her, seit Anaïs und ich uns auf den Weg nach Frankfurt gemacht haben. Seit wir dort einige schöne Tage verbracht haben, über das Messegelände geschlendert sind und Bekanntschaften gemacht haben. Seit wir unzählige Bücher angeschaut und entdeckt haben, seit wir ein vollgefülltes Programm hatten, seit wir so viel Zeit zusammenverbracht haben. Seit wir im Amnesty-Bus auf der Agora waren und über die humanitären Probleme von Ländern gehört haben, die sich weniger glücklich schätzen können als wir. Seit wir Julia Korbik kennenlernen durften, die wir für ihre feministischen und politischen Texte und Bücher so schätzen. Seit wir in uns in einer winzigen Box für je 7 Minuten aufgehalten haben, um nachzuempfinden, was eingesperrte Blogger erleben. Damit möchte ich sagen, dass wir die Messe sehr intensiv erlebt haben, und das nicht nur auf Bücher und Lesestoff bezogen. Wir haben dort Orte und Menschen mit grossem Bewusstsein und grossen Taten getroffen, wir haben viel Leidenschaft und Nächstenliebe von andern bewundern dürfen, wir haben mit vielen Menschen gesprochen und ihren Einsatz von Herzen geschätzt, wir haben uns politisch, zumindest ein kleines bisschen, weitergebildet. Und deswegen war es sehr schade, dass wir dieses Jahr die Reise nicht antreten konnten.

Dann jedoch drangen die Medien zu uns durch, die Tweets und die vereinzelten Blogposts. Reisserische Titel wie 'Nazis auf der Buchmesse', die mich jedoch skeptisch stimmen. Natürlich ist mir bewusst, dass es Verlage gibt, die rechtes oder rechtextremes Gedankengut in Buchform veröffentlichen und dem eine Plattform bieten. Genauso, wie es linke Verlage gibt, die wir lesen, lieben, unterstützen, schätzen. Dass erstere sich jedoch diesmal auf der Buchmesse breitmachten mit zahlreichen Podiumsdiskussionen und Lesungen, bei welchen Ehrengäste Mitglieder der AfD oder der Identitären sind, ist nicht okay. Meinungsfreiheit hin oder her - wenn diese Meinung diskriminierend und menschenverachtend ist, hat sie auf einer Buchmesse nichts verloren. Denn Büchern bieten uns Türen zu anderen Welten, in denen nicht so viel schlimmes passiert. Oder in Welten, in denen der Kummer vor der Haustür oder im eigenen Haus sitzt, wenn man ein solches überhaupt hat. Oder in Welten, in welcher alle gleich sind. Oder in Welten, die es mal gab, in der man als Jude*Jüdin diskriminiert wurde. Dass wir uns der Macht von Büchern bewusst sind, ist selbstverständlich, denn wir alle lesen gerne und haben eine gewisse Ehrfurcht vor Worten. Bücher sind etwas intellektuelles, und ja, meine Ansicht mag veraltet sein, aber rechtsextremes Gedankengut war noch selten intellektuell. Dafür kann es viel anderes: Menschen beleidigen und diskriminieren, Angst machen und hetzerisch sein. Rechtsextremes Gedankengut hat zum Beispiel den Holocaust zu Stande gebracht und macht jetzt allen Menschen in unseren Ländern Schwierigkeiten, die keine rein weisse Hautfarbe haben, keine perfekte Aussprache oder einfach kein Glück bei dem Land, in dem sie geboren wurde. Und deswegen ist es nicht in Ordnung, dass rechtsextreme Verlage eine Plattform geboten bekamen.

Wir waren nicht vor Ort und wissen deshalb auch nicht, wie viele Blogger*innen auf 'Jeder hasst die Antifa!' 'Siamo tutti antifascisti' geantwortet hat. Vielleicht keine*r, wir vielleicht auch nicht. Die Situation sah beängstigend aus. Aber jetzt ist es Zeit, dass wir unsere Stärke nutzen, und das sind unsere Blogs, unsere Plattformen. Spread the word, spread the love, gegen Rechtsextremismus auf der Buchmesse, gegen Rechtsextremismus im Netz, gegen Rechtsextremismus in der Welt.

im herzen der gewalt | buchbesprechung

15 Oktober 2017

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In seinem autobiographischen Roman ›Im Herzen der Gewalt‹ rekonstruiert der französische Bestsellerautor Édouard Louis die Geschehnisse einer dramatischen Nacht, die sein Leben für immer verändert. 
Auf der Pariser Place de la République begegnet Édouard in einer Dezembernacht einem jungen Mann. Eigentlich will er nach Hause, aber sie kommen ins Gespräch. Es ist schnell klar, es ist eine spontane Begegnung, Édouard nimmt ihn, Reda, einen Immigrantensohn mit Wurzeln in Algerien, mit in seine kleine Wohnung. Sie reden, sie lachen, aber was als zarter Flirt beginnt, schlägt um in eine Nacht, an deren Ende Reda Édouard mit einer Waffe bedrohen wird.

Im Herzen der Gewalt ist das erste Buch, das ich von Édouard  Louis gelesen habe. Sein Debütroman wurde von verschiedenen Seiten gelobt und als literarischer Schock bezeichnet. Sein zweiter Roman ist nach Didier Eribon noch stärker und macht Louis zu einem der bedeutendsten Autoren der Gegenwart. Um ehrlich zu sein, hatte ich meine Schwierigkeiten mit dem Buch. Ich fand sowohl die Form als auch den Inhalt schwer. Beides zusammen hat bei mir zu grossen Verwirrungen geführt, ich bin nicht nachgekommen und habe nicht alles verstanden. Als Leserin ist gut zu erkennen, dass Édouard Louis autobiographisch schreibt, die Geschichte, die ganzen Gefühle und Handlungsstränge kommen sehr authentisch rüber. Die Form war hingegen sehr verwirrend. Es wurde nicht chronologisch erzählt, sondern von einem Punkt zum nächsten gesprungen und das ohne erkennbaren roten Faden - vor und zurück. Der Roman beginnt mit Édouards Begegnung am Weihnachtsabend an der Place de la Rebupliquec in Paris. Er trifft einen Mann namens Reda und nimmt ihn nach kurzem Zögern mit zu sich nachhause. Im Laufe des Buches erfährt man immer mehr über die Beziehung der beiden Männer, was sie gemeinsam getan haben, was schön war, was sonderbar war, was schrecklich und was angsteinflössend war. Diese Art des Aufrollen einer Geschichte finde ich immer sehr spannend, auch wenn es immer zu Komplikationen führt. 

Für mich war dieses Buch auf Seite des Autors mehr ein Werk der Verarbeitung dieser Begegnung, als Literatur. Ich hoffe es ist nachvollziehbar, was ich damit meine. Natürlich ist es Literatur und ich würde auch so weit gehen, dass ich sagen würde, dass das Buch gut war, auch wenn es mir nicht ganz zusagen konnte. Irgendwie hat er es sich beinahe etwas einfach gemacht. Das ist natürlich sehr gewagt, das so zu formulieren, ich wünsche niemandem ein Erlebnis, das dem gleicht, das Édouard  Louis erlebt hat, aber er hätte etwas mehr rausholen können. Die Handlung wird detaillierter beschrieben, aber ihm wesentlichen geschieht nicht viel mehr. Wenn es euch also interessiert und ihr euch gut auf eine etwas gewagte Erzählform einlassen mögt, bin ich sicher, dass es euch gefallen wird. Mir ist es irgendwie nicht gelungen, obwohl ich den Roman auch sehr gerne und gespannt gelesen, beinahe schon verschlungen habe. Dennoch habe ich mir einige Passagen genau eingeprägt, der junge Franzose hat einen schönen Wortschatz und eine Message, die ich ebenfalls aus dem Buch mitgenommen habe, ist, dass Freunde einem das Leben retten können - im übertragenen Sinne natürlich. Ohne Menschen, die einem zuhören, einem helfen und einem beraten sind solche schweren Situationen im Leben kaum bestreitbar und dieser Roman hat mich in dieser These bestärkt. Ein weitere Teil des Buches, der mich beeindruckt hat, ist zu sehen, was eine solche Begegnung mit einem anstellt. Inwiefern sie einem verändert, schwächt und wie sich das im Alltag zeigt. Ich bin gespannt auf eure Meinungen zum Buch, wir freuen uns über jeden Kommentar!

schlaflose nacht | buchgedanken

11 Oktober 2017

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Niemand hätte gedacht, dass sie bleiben würde. Nachdem passiert war, was alle nur das Unglück nannten: der Schuss im Chicorée-Treibhaus. Sie blieb, aber sie wollte nicht wie eine Nonne leben. Deshalb gab sie eine Anzeige auf, unmissverständlich. Die Begegnungen mit den unbekannten Männern verliefen stets nach demselben Muster: kennenlernen, erzählen, eine gemeinsame Nacht. Dabei ließ sie die Erinnerung an ihren toten Mann jahrelang nicht los. Und immer wieder die Frage: Warum hatte er es getan? – Bis zu jenem eiskalten Tag und jener schlaflosen Nacht. Margriet de Moor erzählt in ihrem unverkennbaren Ton eine schmerzliche Liebesgeschichte, von Abschied und Tod, Wut und Eifersucht und von der Möglichkeit eines Neubeginns.



Dieses dünne Buch habe ich schnell durch gelesen, auf einer Zugfahrt durch die Toscana. Margriet de Moor schreibt über eine junge Frau, dessen Mann sich das Leben nach eineinhalb Jahren Ehe genommen hat und das tut sie sehr atmosphärisch. Es geht in 'Schlaflose Nacht' um Trauer, die Verarbeitung eines Todes, Zweifel, Schlafproblemen, Angewohnheiten, und Neuanfängen. Auf dem Buchumschlag beschreibt Sigrid Löffler Margriet de Moors Schreibstil wie folgt: "Sie psychologisiert nicht, sie pathologisiert nicht, sie erklärt nicht, sie urteilt nicht. Sie erzählt einfach - mit ihrer ganzen Lebensklugheit und Erfahrung und mit leisem Humor". Ich hätte es nicht schöner sagen können, alles was er sagt, das stimmt. Nicht besonders viel Inhalt im Buch, aber sehr angenehm zu lesen und sehr tiefe Worte. Ich könnte mir sehr gut vorstellen, dass das Buch vielen verwitweten Frauen oder anderen Angehörigen von jemandem, der Suizid begannen hat, Hoffnung geben kann. Es wird bestimmt einigen  Menschen da draussen beim Prozess der Verarbeitung helfen. Das Buch hat mich berührt, aber auch nicht abgeholt. Es war zu schnell durch und der Inhalt war mir zu weit entfernt. Das Buch ist übrigens wunderschön schlicht gehalten und hat mir schon immer gefallen! Manchmal ist weniger einfach mehr. 

Herzlichen Dank an den Hanser Verlag für dieses Rezensions Exemplar!

der hype um elena ferrante | buchbesprechung der ersten zwei bänder

06 Oktober 2017

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In diesen Sommerferien bin ich endlich dazugekommen, mit der Elena Ferrnate Reihe zu beginnen und habe nun bereits die ersten zwei Bände gelesen. Nach dem Erscheinen des zweiten Bands vor einem Jahr ist der Hype um die italienische Schriftstellerin etwas zurück gegangen, doch mit dem neu erschienenen dritten Band scheint sie mir wieder das neuste Gesprächsthema bezüglich Literatur zu sein. Über die Identität dieses Pseudonyms wurde mehrmals spekuliert und im Oktober 2016 wurde die mögliche Frau, die sich hinter diesem Pseudonym versteckt, entlarvt. Ich kann mich nicht ganz entscheiden, ob ich es gut finde, dass ein Geheimnis aus der Autorin gemacht wird, oder nicht. Wie Elena Ferrante selber auch, finde ich, dass letzten Endes der Roman selber mehr gesichtet werden sollte, als die Autorin. Andererseits frage ich mich, weshalb man als Schriftsteller_in nicht öffentlich hinstehen kann - gerade bei diesem Erfolg - und seine Beweggründe etc. mit der Aussenwelt zu teilen. Pseudonym hin oder her - ich habe die ersten beiden Bände gelesen und möchte meine Gedanken nun mit euch teilen.


just kids | buchbesprechung

04 Oktober 2017

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Patti Smith entführt und in 'Just Kids' in eine ganz andere Welt, in eine Welt voller Kunst und Liebe, die aber dennoch nicht kitschig ist. Es ist New York, Anfang der 70er Jahre und Patti Smith trifft auf Robert Mapplethorpe. Ein Neuanfang scheint wie vorgegeben zu sein, Altlasten werden vergessen. Hier kann man sich erfinden, hier kann man sich ausprobieren. Und genau das machen die beiden gemeinsam. Sie stürzen sich ins gemeinsame Leben, ein Leben für die Kunst. Genau das macht den Charme dieses Buches aus. Die Liebe, die Kunst, das Leben. New York. Und Patti Smiths einzigartige Erzählstimme, deren Rauheit an ihre Songs erinnert. Es ist nicht immer so schön oder glatt, wie man es erwartet, wie es klingt. Zwischen manchen Häuserblocks von New York verbergen sich Chancen, hinter vielen aber auch Abgründe und Zwischenspalte.

drei wunderbare buchblog empfehlungen

01 Oktober 2017

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Seit längerer Zeit haben wir euch nicht mehr so richtig zu einem Beitrag begrüsst. Deswegen:
Herzlich Willkommen, ihr Lieben - vielen Dank für's Lesen!

Es ist ebenfalls schon lange her, dass wir Jugendbücher rezensieren. Das bringt das heutige Thema wohl gut auf den Punkt. Ich möchte aber nicht über die Verlagerung meines Lesegeschmacks sprechen, denn das ist irgendwie organisch und schwierig in Worte zu fassen, und ausserdem wohl für alle eine ganz eigene und persönliche Erfahrung. 

september 2017 | monatsrückblick

29 September 2017

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allgemein

Ich weiss nicht genau, wie sich die Spätsommer Stimmung da, wo ihr lebt, anfühlt, aber hier in Zürich ist sie ziemlich bedrückend. Radikal wurde es diesen September echt kalt und die gut verstauten Winterkleider mussten aus den Schränken hervor geholt werden, leider. Nichts von kälteren Sonntagen... Für mich verging der September wie im Flug - sehr viel gemacht habe ich auch nicht. Deshalb habe ich euch leider auch nicht besonders viel im Monatsrückblick zu erzählen, aber das ist wohl für einmal auch okay. Es muss ja nicht immer so viel los sein, oder? Wir beide haben diesen Monat auch sehr viel Zeit mit uns selber verbracht, alleine und dies teilweise sehr zu schätzen gelernt. Nächste Woche steht eine Projektwoche an und dann sind auch schon wieder Herbstferien, was wir beide sehr begrüssen, da wir wunderschöne Reisen geplant haben. Mara geht einmal mehr nach Paris und Anaïs verschlägt es zum ersten Mal nach Rom in Italien. Wie war euer September so?

Eine kleine Anmerkung zum Buchsalon KOSMOS haben wir allerdings an dieser Stelle noch. Demnächst wird das Ganze auch ausführlicher hier behandelt, wir freuen uns immer sehr über komplexen Diskussionsstoff! Die Buchhandlung hat in einem sehr gentrifizierten Bereich Zürichs aufgemacht und ist Teil eines kapitalistischen Konsumtempels, den wir so eigentlich nicht unterstützen. Die Europaallee in Zürich ist das Wahrzeichen vom neuen Yuppietum und verdeutlicht somit auch viel, gegen das wir stehen und informieren. Wir freuen uns jedoch, dass dieses Gebäude nicht bloss für weitere banale Läden verwendet wurde, sondern sich eher in Richtung eines Kulturzentrums verwandelt, dies halten wir für einen wichtigen Schritt. Ebenso befinden wir die Literatur darin für gut, wichtig und gedankenanregend. Es ist natürlich aus politisch linker Sicht ein Zwiespalt, ob man das KOSMOS unterstützen möchte, das verstehen wir absolut und sind gleicher Meinung. Jedoch möchten wir euch in diesem Segment gerne neue und unabhängige Buchhandlungen (in Zürich und aller Welt) vorstellen und damit ein Zeichen gegen ausbeuterische und noch viel kapitalistischere Angebote wie Amazon und Co. setzen, die wir einfach nicht gutheissen. Gentrifizierung und Aufwertung bleibt allerdings ein Problem und ist immer zu kritisieren, besonders wenn es um Mietpreise und Verdrängung geht, da gibt es nichts zu dulden. Neuartige Projekte, die Kultur jedoch fördern, begrüssen wir gerne.

extrem laut und unglaublich nah | buchbesprechung

27 September 2017

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Extrem laut und unglaublich nah von Jonathan Safran Foer Deutsch von Henning Ahrens


Oskar Schell ist altklug und naseweis, hochbegabt und phantasievoll. Eine kleine Nervensäge, die schon mit neun Jahren eine Visitenkarte vorweist, auf der er sich als Erfinder, Schmuckdesigner und Tamburinspieler ausweist. Vor allem aber ist Oskar todtraurig und tief verstört. Nachdem sein Vater beim Angriff auf das World Trade Center ums Leben kam, will er herausfinden, warum Thomas Schell sich ausgerechnet an diesem Tag dort aufhielt. Mit seinem Tamburin zieht Oskar durch New York und gerät in aberwitzige Abenteuer.


piper perish | buchgedanken

24 September 2017

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Piper Perish von Kayla Cagan Deutsch von Maren Illinger


Piper, ihr Freund Enzo und ihre beste Freundin Kit haben keine Lust, normal zu sein. Sie wollen das Leben fühlen, ihren Träumen folgen, sich von nichts aufhalten lassen. Und sie wollen nach New York. Zusammen! Doch dann geht alles schief: Kit fällt durch die Aufnahmeprüfung für die Kunsthochschule. Und Pipers grosse Liebe Enzo gesteht ihr, dass er sich verliebt hat - in einen Jungen. Pipers Pläne sind plötzlich nur noch das reinste Chaos, aber unerschütterlich hält sie daran fest. Denn weniger, kleiner, vernünftiger oder einfach ist für Piper keine Option. Sie will leuchten.


kosmos | buchhandlung

22 September 2017

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In Zürich wurde vor ein Paar Wochen ein neuer Buchsalon eröffnet! Er heisst Kosmos und ist Teil eines grossen neuen Kulturhauses im Kreis 4 von Zürich. Die Lage ist sehr speziell, direkt zwischen der Langstrasse und der Europaallee. Die Europaallee ist für viele linke Zürcher_innen der Inbegriff des Kapitalismus - um Gentrifizierung nur als Stichwort zu nennen. Der Gründer Samir ist allerdings selbst links politisch aktiv und möchte gerne gute Inhalte bieten. Deshalb kann er also 'mit diesem Widerspruch leben'. Das Kulturhaus ist kein normales Kulturhaus. Das Konzept dahinter ist einfach - verschiedene Kulturbereiche sollen ineinander übergehen und zu einer Einheit werden. Untergebracht in diesem neuen Kosmos sind sechs Kinosäle, ein Bistro und Gastro, eine Bar und im oberen Stock eben ein neuer Buchladen. Von allen Seiten kommt man an jeden der Orte und es ist keine erkennbare Grenze auszumachen. Architektonisch ist das Kulturhaus sehr modern. Viel Beton, viel Holz, sehr warme Farben und ein allgemein gemütliches Ambiente, um sich wohl zu fühlen.

kunstblut | buchbesprechung

20 September 2017

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Eine junge Frau kommt kostümiert auf eine Party, die keine Kostümparty ist. Eine andere folgt am Tag ihrer Verlobung einem fremden Schönling in ein Meer voll Quallen. Und hat sich eigentlich schon mal jemand gefragt, warum sich Wattebällchen und weiße Kaninchen so ähnlich sehen? Alexandra Kleeman hat einen besonderen Blick auf die Welt, und besonders in ihren Kurzgeschichten leuchtet dieses Talent auf - gleißend und grell. Sie sind in ihrer Eigenart unwiderstehlich, sie verführen zu einer neuen Perspektive, sie erforschen das gesamte menschliche Leben von Anfang bis Ende.


neue bücher | mara

15 September 2017

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Heute möchte ich euch gerne meine neuen Bücher vorstellen. Einige Neuerscheinungen sind dabei, einige ältere Bücher, einige Neuentdeckungen... Alle haben aber etwas gemeinsam: sie hören sich unglaublich spannend an. Ich freue mich von euch zu hören, welche ihr schon kennt und mochtet!

drei bücher, die ich gerne lesen möchte!

13 September 2017

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Immer wieder laufen wir an Büchern vorbei, die wir unbedingt haben müssen. Irgendetwas an ihnen spricht uns an - zugegeben sind es oft die Cover, aber die Gestalter_innen und die Gestalter sind ja für etwas da! Damit das Buch eben heraussticht und uns dann anspricht. Aber natürlich kommt es vor allem auch auf den Inhalt an, und die Klappentexte dieser drei Bücher, die ich euch gleich vorstellen möchte, haben mich mindestens so überzeugt, wie die hübschen Cover! Ich hoffe, dass diese Bücher ganz bald schon bei mir einziehen werden!

Darling Days: Mein Leben zwischen den Geschlechtern - iO Tillet Wright


neue bücher | anaïs

08 September 2017

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Alle Buchliebhaber_innen suchen wohl immer nach einem Grund neue Bücher zu kaufen, so auch ich. Und was für einen bessere Ausrede gibt es, als dass eine neue Buchhandlung in der Stadt eröffnet hat? In zwei Etappen habe ich gemeinsam mit meiner Mutter einige Bücher ausgewählt, die ich euch in diesem Post gerne vorstellen möchte. Sagt mir gerne, ob ihr eines davon schon gelesen habt und was ihr davon haltet! Es sind einige zusammengekommen  - upsala...

August 2017 | Monatsrückblick

30 August 2017

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allgemein

Im August gab es viele Veränderungen - das Ankommen zu Hause aus Mexiko und Frankreich, das eine Jahr mehr im Alter, die wechselnden Temperaturen und der erneute Schulanfang. Aber insgesamt war er ganz okay - vielleicht kennt ihr solche Monate. Er war weiterhin gespickt mit Nachmittagen am Wasser, was immer schön ist, mit kleinen Feiern und schönen Momenten, aber eben auch mit der Überwindung, wieder in den Alltag zu starten und all diesen Dingen, die niemand so richtig mag. Dafür haben wir gute Bücher gelesen und eine schöne Zeit verbracht! Mara hatte Mitte August auch Geburtstag und konnte den sonnigen Tag mit Familie und Freunden verbringen und feiert dann Anfang September noch richtig. In Zürich beginnt Ende August immer das Theaterspektakel, welches sich wunderbar für einen Abendausgang eignet und uns einige Male in seine Location verführte...

hier stirbt keiner | buchbesprechung

27 August 2017

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Annikas großer Bruder geht nach Amerika, ihre beste Freundin versteht sie nicht mehr, ihre Eltern streiten nur noch. Das ist der Anfang von einem heißen Sommer, in dem Dinge passieren, die Annikas vertraute Welt auf den Kopf stellen. Aber egal wie schlimm es sich anfühlt, hier stirbt schon keiner. Irgendwie kriegt Annika das schon hin. Und vielleicht hilft Chris ihr dabei, denn auf einmal ist er ein bisschen mehr als nur der beste Freund von ihrem Bruder. Eigentlich ist er sogar viel mehr.

Ein wunderschöner Roman über das Erwachsenwerden, nicht nur für heiße Sommerferientage!

väterland von christophe léon | buchgedanken

24 August 2017

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Gabrielle wurde von einem homosexuellen Paar adoptiert. Ihre Väter sind seit 15 Jahren verheiratet, doch ein neues Gesetz macht sie zu Ausgestossenen. Sie müssen eine rosa Raute tragen, verlieren das Recht, ihren Beruf auszuüben und dürfen das Ghetto nicht verlassen. Um ein Geburtstagsgeschenk für ihre Tochter zu kaufen, riskieren sie alles.

alles bleibt in der familie | buchbesprechung

21 August 2017

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Eine Grossfamilie in der New Yorker Upper West Side. Roy, ein Psychotherapeut, und seine erste Frau, Bea, eine Gastronomin, leben zusammen mit ihren vier Kindern und deren Partnern und Geliebten, Roys weiteren zwei Ehefrauen, Beas Liebhaber, ihrer lesbischen Künstlerinnenschwester sowie ihrer nervtötenden Mutter in einem einzige Mehrfamilienhaus. Da ist wenig Platz für alle - und doch genug Raum für Missverständnisse, schlechte Gefühle, aber auch unerwartete Freude. Ein scharfsinniges Buch über eine moderne Familie und der lustigste Roman dieser grossen Autorin.

"Mein Vater ist in die Lehrerin meiner Schwester verliebt, meine Ex- Stiefmutter in meine Tante, du in den Hausmeister und Grandma in den Portier, also warum zum Teufel kann ich nicht in die Frau meines Bruders verliebt sein?"

Neues zu lesen

15 August 2017

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Nach den Ferien wieder heimzukommen, ist ein wunderbares Gefühl, und auch wenn es das Ende einer Reise bedeutet, gehört es doch irgendwie dazu. Ich freue mich auch immer, wenn mich zu Hause etwas erwartet, und so fand ich, ganz glücklich darüber, drei Buch-Päckchen im Briefkasten. Heute stelle ich euch den Inhalt vor!

americanah | feministische buchbesprechung

13 August 2017

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Chimamanda Adichie erzählt von der Liebe zwischen Ifemelu und Obinze, die im Nigeria der neunziger Jahre ihren Lauf nimmt. Dann trennen sich ihre Wege: Die selbstbewusste Ifemelu studiert in Princeton, Obinze strandet als illegaler Einwanderer in London. Nach Jahren stehen sie plötzlich vor einer Entscheidung, die ihr Leben auf den Kopf stellt. Adichie gelingt ein eindringlicher, moderner und hochpolitischer Roman über Identität und Rassismus in unserer globale Welt.

Ich fürchte mich jetzt schon ein wenig vor dem Verfassen dieser Rezension. Ich habe Angst, dass ich diesem wunderbaren Roman von Chimamanda Ngozi Adichie nicht gerecht werden kann, werde ich auch nicht, aber ich werde versuchen, euch zu erzählen, weshalb ihr dieses Buch unbedingt lesen solltet. Die Beschreibung des Buches, die ihr oben im kursiv gedruckten Text seht, stimmt, aber ist dennoch nicht ganz treffend. Es steckt nämlich viel mehr dahinter. Das Buch ist in der Taschenbuch Version nämlich über 600 Seiten dick und in meiner Mini- Version hat es sogar über 800 Seiten. Es erzählt ein ganzes Leben. Unsere Hauptperson ist Ifemelu, eine Nigerianerin. Die Geschichte beginnt damit, dass sie in den USA in einem Haarsalon sitzt und sich Zöpfe flechten lässt. Bereits auf den ersten Seiten erfährt man dann, dass sie nach dreizehn Jahren in Amerika wieder zurück nach Nigeria gehen machen. Nach Hause in ihre Heimat. Von da an ist das ganze Buch ein Wirrwarr der Zeiten. Ifemelu nimmt uns mit in ihre Vergangenheit. Sie erzählt aus ihrer Kindheit und aus ihrer Schulzeit. Sie erzählt von ihren Freundinnen von damals, ihrem Leben in Nigeria, wie sie Lagos als Stadt wahr genommen hat und was sie damals bewegte. Sie beschreibt ihr Kennenlernen mit Obinze, ihrem ersten richtigen Freund. Sie entführte mich in eine mir fremden Welt. Das ist der erste grosse Abschnitt von Ifemelus Leben und somit auch des Romanes. Aber der viel grössere Abschnitt beginnt mit dem Umzug nach Amerika.

Das Rauschen in unseren Köpfen | Buchgedanken

09 August 2017

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»Die Abende, die Nächte gehörten uns. Wir gingen nicht raus. Wir hatten hier alles, was wir brauchten, das heißt: uns. Wir hätten uns auch in einer Bar gehabt, im Kino, in einem Restaurant; aber eben nicht so, wir hätten uns teilen müssen mit einer ganzen Welt, die nach Aufmerksamkeit schrie.« Lene lebt mit ihrer besten Freundin in einer WG in einer großen Stadt, ihre liebevolle Familie und der Freundeskreis geben Halt. Als sie Hendrik begegnet, scheint ihr Glück perfekt. Sie plant eine gemeinsame Zukunft, doch Hendriks Vergangenheit schleicht sich in ihr Leben ein. Da ist seine zerrüttete Familie, sein bisweilen merkwürdiges Verhalten. Und Klara. »Svenja Gräfen erzählt eine kleine Weltbewegung: Wer schon mal verliebt war, weiß es ja: Die Liebe ist – wenn auch nur für eine Zeit – alles. Wie wir‘s nicht planen können, nichts im Leben, das erzählt Gräfen tastend und ernst.Ich hab's gern so.« Nora Gomringer

monsieur picasso und der sommer der französischen köstlichkeiten | buchbesprechung

07 August 2017

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Er ist ein Künstler, der aus einem gelben Fleck eine Sonne machen kann.  Sie ist eine Köchin, der es gelingt, in einer Quiche das Meer, den Himmel und den Duft von Pinienwäldern einzufangen  Er ist Spanier und voller Temperament. Sie ein junges französisches Mädchen. Er malt und hat sich als Picasso bereits weltweit einen Namen gemacht. Sie arbeitet als einfache Kochgehilfin in der Provinz.
Er brennt für seine Leidenschaft, erlebt jedoch eine künstlerische Schaffenskrise und flüchtet an die Côte d’Azur. Sie träumt von einer selbstbestimmten Zukunft, irgendwo, nur nicht in Juan-les-Pins.
Als Maler und Mädchen aufeinandertreffen, entzündet sich ein Funke, der nicht mehr zu löschen ist. Und auch ein Jahrhundert später noch lodert …


Als ich den Titel und das Cover dieses Buches gesehen habe, habe ich mir nicht besonders viele Gedanken darüber gemacht. Ich habe es einfach einmal in mein Regal gestellt und mir gedacht, dass es bestimmt eine angenehme Sommerlektüre wird. Als ich dann für meine Frankreich Reise packen musste, fand dieses Buch  dann einen Platz in meinem Koffer. Hauptort der Geschichte ist das Dorf Juan-les-Pins an der Côte d'Azur. Ich verbrachte meine Ferien leider nicht im Süden Frankreichs, sondern im Norden. Dennoch konnte ich das Sommergefühl, was so wunderbar in Camille Aubrays Roman beschrieben wurde, nachfühlen und in die Geschichte eintauchen. Der Roman wird aus drei verschiedenen Sichten erzählt, wobei die Sicht von Ondine überwiegt. Sie ist die junge Köchin, die im Klappentext erwähnt wird. Im Jahre 1936 hat sie einen Auftrag ihrer Mutter erhalten; sie sollte jeden Mittag eine Mahlzeit zu Monsieur Picasso in die Villa oben am Berg bringen und ihm keinen Wunsch abschlagen. Die junge Französin hat ein gebrochenes Herz und freut sich, dass der Künstler mehr Interesse an ihr zeigt. Sie beginnen Gespräche miteinander zu führen und Ondines Meinung nach Picassos Bildern ist gefragt. Eine ganz spezielle Beziehung zwischen den beiden wird aufgebaut, wobei das Essen fast immer im Vordergrund steht.


Gut 80 Jahre später hören wir von Céline, der Enkeltochter von Ondine. Sie verkörperte die zweite Perspektive des Romans. Die dritte gehört zu Picasso. Céline lebt in den Vereinigten Staaten und hat dort einige Probleme mit ihren Stiefgeschwistern, die sie enterben wollen und ihr einen Anwalt an den Hals setzen. Ihre kranke Mutter übergibt ihr das Kochbuch, indem ihre Grossmutter Ondine alle Rezepte niedergeschrieben hat, die sie für Picasso gekocht hat. Die Rede ist ebenfalls von einem Gegenstand, den Ondine von dem Maler überlassen wurde. Der Gegenstand ist irgendwo versteckt und soll Céline übergeben werden. Sie macht sich auf die Suche nach diesem Erbstück und reist dafür nach Frankreich. Die Geschichte nimmt ungefähr in der Mitte eine überraschende Wende und führt in eine ganz andere Richtung, als erwartet. Ein richtiger Pageturner. Selten habe ich solch gut überdachten Änderungen in Romanen vorgefunden und war regelrecht überrascht.


Das Buch habe ich gerne gelesen. Man erfährt sehr viel über Picassos leben, alle Informationen, die man so über ihn erfährt, entsprechen nämlich der Wahrheit, obwohl die Geschichte mit Ondine natürlich erfunden ist. Die Kunstszene um den zweiten Weltkrieg und Hitlers Rolle darin, wurde ebenfalls auf einigen Seiten angeschnitten, was mir sehr gefallen hat. Die Balance zwischen Fiktion und Realität hat gestimmt. Die anfänglich sorgenfreie Geschichte hat sich allerdings immer weiter dramatisiert und zu Schluss wurde es mir dann etwas zu viel des Guten. Trotzdem war es eine spannende und abenteuerliche Sommergeschichte, die mir gefallen hat. Ich weiss nicht recht, wie lange mir die Geschichte noch im Kopf sein wird, aber ich habe auf jeden Fall das eine oder andere mitgenommen. Ich glaube nicht, dass es eine Fortsetzung zum Buch gibt, aber ich finde, dass es durchaus möglich wäre, einen weiteren Teil der Geschichte zu verfassen, weil am Schluss alles ziemlich schnell ging. 

Herzlichen Dank an den Fischer Verlag für dieses Rezensionsexemplar!

juli 2017 | monatsrückblick

30 Juli 2017

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allgemein
Der Juli war ein schöner Monat - kaum zu glauben, dass er schon um ist! Die ersten zwei Juli Wochen haben wir beide noch in Zürich verbracht und das schöne Sommerwetter genossen. Eines der tollen Dinge, die man in Zürich im Sommer tun kann, ist das Schwimmen in der Limmat und im Zürichsee. Fast jeden Tag sind wir im Sommer an der so genannten Lettenbadi am Fluss und verbringen dort wunderschöne Nachmittage mit unseren Freuden am Wasser. Und dann haben nach der Notenabgabe auch endlich die lang ersehnten Sommerferien begonnen! Mara ist gleich am ersten Ferientag ins Flugzeug gestiegen und nach Mexiko geflogen. Sie hat Mexico City erforscht und dort Atemberaubendes eingefangen, sie wird euch bestimmt in einem separatem Post von ihren Eindrücken der Metropolen erzählen. Anaïs hingegen ist seit einer Woche in der Bretagne, im Norden Frankreichs. Hier ist es nicht besonders warm - leider - aber die Natur und die kleinen Dörfchen an der Küste sind wunderschön und sehr eigen. Noch nicht ganz die Hälfte unserer Ferien ist nun vorüber und dann ist ja schon Mitte August! Die Zeit rennt und rennt und wir erleben immer mehr...

bücher

So bisschen könnt ihr ja schon ahnen, was nun folgt. Wir haben euch nämlich beide unsere Somerferienleselisten (was ein Wort!) vorgestellt:


mara:
Das Rauschen in unseren Köpfen, Svenja Gräfen
...ist das erste Ferienbuch, und ganz sicher kein typisches. Es geht um ein junges Liebespaar in einer pulisierenden Metropole - Berlin, und um die Dränge unserer von Social-Media-besessenen Generation, in Form von ständig unterwegs sein, Sorgen überspielen und immer voller Feierlaune und mit bester Laune. Aber diese Fassade kann bröckeln, und das dahinter bekommen wir in eindringlicher Sprache zu hören. Von Depressionen und Zweifeln wird hier erzählt, aber so eigen und faszinierend, dass ich das Buch nicht aus der Hand legen konnte!

Just Kids, Patti Smith
Ja, endlich, endlich, habe ich dieses Buch gelesen. Das möchte ich schon seit längster Zeit machen, aber irgendwie kam es jetzt erst dazu. In den ersten beiden Wochen in Mexico City waren wir vor allem draussen unterwegs, aber ich habe mich, sobald ich ein Fleckchen Ruhe hatte, ins Buch verkrochen. Von einer Metropole zur nächsten habe ich mich geträut, von einer Zeit in die letzte. Es ist ganz einzigartig und speziell, es ist Patti Smith, New York und 70erJahre durch und durch, und vor allem ist es wirklich, wirklich gut.

Extrem laut und unglaublich nah, Jonathan Safran Foer
Dieses Buch habe ich in meinen letzten Ferien vor gut einem Monat auf einem Berliner Flohmarkt gekauft. Ich versuche, mir in fast jedem Urlaub ein Buch zu kaufen, und deswegen habe ich bei diesem Schnäppchen zugegriffen. Da gerade jede_r 'Hier bin ich', anscheinend der Epos des grossen Schriftstellers, am lesen und lieben ist, habe ich kurzerhand zu dem Buch gegriffen. Den Film dazu habe ich vor einiger Zeit gesehen, und für nicht so gut befunden, wenn ich ehrlich bin. Das Buch jedoch hat mich völlig reingezogen, in diese andere Welt (und: es hat mich wieder nach New York entführt) und in dieses andere Denken des jungen Protagonisten Oskars. Eine Empfehlung als Sommerlektüre!

anaïs:
Meine geniale Freundin, Elena Ferrante
Es gibt wohl kaum eine andere Autorin, die zur Zeit so gehypte wird, wie Elena Ferrante. Ich habe mich nun an den ersten Teil ihrer Reihe gewagt und hinterlässt eine zwiespältige Meinung bei mir. Meine Erwartungen waren hoch, sie wurden auf jeden Fall nicht erfüllt, aber ich wurde dennoch überrascht und die Schriftstellerin konnte mich mit ihrer Freundschaftsgeschichte der 1960er beeindrucken. Ihre Art die Umstände und Dinge zu beschreiben, sind faszinierend. Mehr dazu in einer Rezension!

Monsieur Picasso und der Sommer der französischen Köstlichkeiten, Camille Aubray
Eine wunderbare Sommerlektüre, ich habe sie sehr genossen hier in Frankreich! Auch wenn ich nicht an der Côte d'Azur bin, ist das französische Lebensgefühl zu mir durchgedrungen und ich habe mit Ondine und Céline mitgefiebert. Aber auch dieses Buch  konnte mich sehr überraschen, eine absolut unerwartete Wendung hob den Spannungspegel... Auch hierzu werdet ihr bald eine Rezension auf dem Blog finden. 

Fleisch, Simone Meier
Dieses dünne Buch vom Kein& Aber Verlag hat mir gefallen. Es war irgendwie total schräg und ausgefallen, aber es war sehr gut geschrieben und hatte das gewisse Etwas. Man könnte meinen, es wäre Lektüre für Zwischendurch, aber in Tat und Wahrheit ist es etwas mehr als das. Mehr aber dann in einer Rezension.

Secret Fire, C.J Daugherty (Carina Rozenfeld)
Zu diesem ersten Teil der neuen Serie der Night School Autorin findet ihr einen Beitrag auf unserem Blog: hier kommt ihr dazu! 

Hier stirbt keiner, Lola Renn
Dieses Jugendbuch hat nicht besonders viel Inhalt, ist aber auf jeden Fall ein gutes Buch für die Sommerferien! Obwohl nämlich einiges schief läuft in Annikas Leben, stirbt nämlich wirklich keiner. Es war nicht richtig gut, aber trotzdem irgendwie unterhaltsam und etwas für Zwischendurch. Mal schauen, ob auch hier noch eine Rezension folgen wird. 


ausstellungen

anaïs:
Action!, Kunsthaus Zürich
 
Wie der Name bereits verrät, geht es in dieser Ausstellung um die Aktion. Sie möchte etwas bewegen, und das nicht nur im wortwörtlichen Sinn, sondern auch im politischen. Als Besucher konnte man auf jeden Fall einiges unternehmen und zum Gesamtbild der Ausstellung beitragen; sei es nun eine Petition zu unterschreiben, oder auch nur Kunst mit Autoreifen zu schaffen. Junge Künstler haben heutzutage wieder angefangen sich der Performance anzuwenden und zu experimentieren. Mir hat an der Ausstellung besonders gefallen, dass die Kunst sehr schlicht war. Sie war sehr kreativ, aber nicht total ausgefallen, die Ideen stammten alle aus jungen Köpfen und das hat man gemerkt. Bei einigen Werken kamen mir die Kunstwerke meiner Freunden in den Sinn, sie hätten genauso gut auch im Kunsthaus ausstellen können. Was ich erst später herausgefunden habe, ist, dass es bei der Ausstellung auch einige Liveperformances gibt, die ich allerdings nicht gesehen habe, was ich bedaure. Zurückkehren kann ich leider auch nicht noch einmal, weil die Ausstellung nun bereits beendet ist. Aber wir haben das Glück gehabt, an einer Diskussion teilzunehmen, gemeinsam mit anderen Museumsbesuchern. Natürlich sind die Themen bereits zu Genüge besprochen worden, und man kann trotz des eigentlich ernsten Hintergrunds auch ganz ohne viel nachzudenken durch die Ausstellung schreiten. Das kann man als Kritikpunkt sehen, aber wenn man möchte kann man sich auch seine eigenen Gedanken dazu machen. Mich hat das nicht gestört, aber einige meiner Freunde haben dies nicht besonders gemocht.

musik
 + konzerte
anaïs:
The Lumineers, Volkshaus Zürich
Anfangs Juli hatte ich die Möglichkeit erneut ein The Lumineers Konzert zu besuchen. Die Musik dieser Band liebe ich schon seit Ewigkeiten und das Konzert im letzten November hat mich dermassen begeistert, dass ich mich unbedingt um Tickets kümmern musste. Die Folk / - Indie /- Rock Band aus Denver in Colorado hat den Saal zum brodeln gebracht. Bereits die Vorband The Shelters hat mich abgeholt, sie haben das wahnsinnig gut gemacht. Die Vorbands bewundere ich immer besonders, sie sind eigentlich nicht richtig erwünscht, aber sollen trotzdem unterhalten, auch wenn sie in eine ganz andere Musikrichtung gehen als die tatsächlichen Stars des Abends und das haben die Shelters auf jeden Fall gut hinbekommen. Aber auch The Lumineers haben abgeliefert, die Stimme von Wesley Schultz ist einfach bahnbrechend! Die Songauswahl ist wunderbar zusammengestellt worden und auch die einzelnen Specilas bei den einzelnen Liedern war wunderschön. Im November wurden eigentlich alle Dinge schon erzählt und auch die einzelnen Specials wurden wiederholt. Dennoch war es sehr schön, es ist immer beeindruckend, wenn ein Sänger vor einer Menschenmenge ohne Verstärker zu singen beginnt und man ihn immer noch hören kann. Oder als er durch die Menge gelaufen ist und direkt vor uns angehalten hat, das war etwas ganz besonderes und machte den Abend zu dem tollen Erlebnis, das es war. 

secret fire, die entflammten | buchbesprechung

25 Juli 2017

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Wird die Liebe das Schicksal besiegen? Der 17-jährige Sasha setzt sein Leben mit spektakulären Aktionen aufs Spiel - weiß er doch, dass er nicht sterben kann (jedenfalls nicht vor seinem 18. Geburtstag). Grund ist ein uralter Fluch, der seit Generationen auf seiner Familie lastet. Ein Fluch, von dem ihn nur die 17-jährige Taylor erlösen kann. Doch der Preis dafür ist hoch. Ist sie bereit, sich und ihre Zukunft für Sasha zu opfern?

Vor ziemlich genau vier Jahren habe ich begonnen die Night School Reihe von C.J Daughtery zu lesen. Sie war damals meine Lieblingsreihe und auch mehreren meiner Freunde konnte ich diese Reihe andrehen. Ich war noch nie ein Fantasy Buch Fan, aber schon damals konnte mich die Night School Reihe der Autorin abholen und mich überzeugen, dass es auch in diesem Genre gute Bücher gibt. Die Geschaffene Welt ist so komplex und ohne Haken, ideal ineinander gewebt. Eine Mischung, die ich sehr beeindruckend finde und die mich immer wieder staunen lässt - gibt es das wirklich? Wäre schon cool, wenn ich das auch könnte... Meine Gedanken beim Lesen sind immer sehr lustig. Die Charaktere waren mir auch bei Secret Fire äusserst sympathisch und gut ausgeführt, in den ganzen 400 Seiten hat die Spannung nie nachgelassen. Jedes Kapitel hat mit einem Cliffhanger aufgehört, wurde dann aber auch spannend weitergeschrieben. Das mochte ich schon damals an der Autorin, dass man quasi nie enttäuscht wird, wenn man weiterliest, sondern dass man dann immer erst recht weiterlesen möchte, weil einem gefällt, was passiert. 

Nachdem ich den ersten Band also erstaunlicherweise sehr gerne gelesen habe, bin ich sehr gespannt auf den zweiten Band! Ich wusste zwar, dass mich die Night School Reihe damals gefesselt hatte, aber hatte nicht erwartet, dass die Autorin mich Jahre später erneut abholen kann und dann erst noch mit einem Werk, das wohl vergleichbar gut ist, wie das zuvor. Von daher ist es mir beinahe etwas peinlich, dass ich gerne die Fortsetzung lesen würde, da ich mich ja gerne etwas mehr der Belletristik zuwenden möchte, aber es scheint, als käme ich doch noch nicht ganz weg von der Jugendbüchern. Das ist aber auch okay, gute Bücher sind für alle Altersklassen gut und im Normalfall gar nicht unbedingt einzuordnen, da sie meist eine grosse Gruppe von Menschen anspricht. Das Buch hat keine grosse Dringlichkeit, damit meine ich, dass es nichts thematisiert, was irgendwie vergänglich ist, oder gerade die jetzige Zeit anspricht, zum Beispiel die Flüchtlingskrise, es geht nämlich hauptsächlich um die Unsterblichkeit und magische Kräfte. Das Buch ist super spannend und gerade jetzt für die Ferien sehr zu empfehlen - mit dem Buch am Pool in der Sonne liegen und in eine andere Welt eintauchen. 

Das Setting der Geschichte ist zum einen Paris und dann noch England, vor allem Oxford. Eine interessante Mischung und auch immer wieder schön, wenn man die Orte kennt und sich vorstellen kann, was wie wo und wann geschieht. Die beiden Protagonisten lernen sich und einander nämlich ständig etwas besser kennen und irgendwie fand ich das sehr originell gelöst, dass das Kennenlernen oder die Selbstwahrnehmung, die ja sehr fiktiv ist, an realen Orten stattfindet. Irgendwo durch ist der Plot recht vorhersehbar, aber man wird immer wieder überrascht, da es dann doch wieder in eine andere Richtung geht, als gedacht. Das gefiel mir gut. Im Vergleich zu Night School war der Plot uninteressanter. Die Geschichte in Night School war etwas näher an der Wirklichkeit als diese hier. In Secret Fire ist der Ort real und die Kräfte der Protagonisten sind fiktiv und in Night School selber ist es genau umgekehrt - sofern ich das noch richtig in Erinnerung habe. Alles in allem hat mir wohl Night School etwas besser gefallen, aber nur, weil mir die Geschichte etwas besser gefallen hat. Auch im neuen Buch konnte ich nämlich den unverwechselbaren Schreibstil der Autorin erkennen, den ich super angenehm zum Lesen finde. Die Frau weiss, wie sie den Leser abholen kann. Ich möchte mir bei Gelegenheit unbedingt den zweiten Band zulegen. 



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